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Gärtner gießt die Gräber

Langanhaltende Sommerhitze und Trockenheit führt zu hoher Stressbelastung für alle Pflanzen

Friedhofsgärtner wässern in den frühen Morgen- und Abendstunden die Gräber

Die derzeitige Wetterlage in Deutschland beschert uns tropische teils auch subtropische Tages- und Nachttemperaturen.

Die Pflanzen reagieren auf diese Situation sehr direkt. Rasenflächen im Begleitgrün sehen aus wie Steppen in Afrika, weichlaubigere Pflanzen, zu den auch nahezu alle Beet- und Balkonpflanzen aber auch die Wechselbepflanzungen auf Grabstätten zählen, kommen mit ihrem Wasserhaushalt in starke Bedrängnis. Die Pflanze benötigt große Mengen Wasser für den, tagsüber durch die Sonneneinstrahlung ausgelösten, Photosyntheseprozess.

Generell handelt es sich bei Pflanzen um lebende Organismen, die zum Überleben notwendige Rahmenbedingungen wie Sonne, Wasser und Luft benötigen. Kommt es hier zu einem Ungleichgewicht kann eine Pflanze Schaden nehmen. Die Pflanzen stehen derzeit unter echtem Dauerstress und irreversible Trockenschäden sind nicht auszuschließen. Bei manchen Laubbäumen sind schon herbstliche Blattverfärbungen, vorzeitiger Blüte- oder Fruchtfall zu beobachten.

Zum Ende des Frühjahres oder zu Beginn der Sommerzeit ausgeführte Neupflanzungen von Gehölzen und Stauden brauchen gerade in der Anwachsphase überdurchschnittlich viel Wasser und stehen in dieser Hitze unter noch größerem Druck. Schon jahrelang eingewachsene Flächen sind da robuster, benötigen zum Wachstum aber ebenfalls ausreichend Wasser. Die Gärtner führen derzeit bei Bodendeckern und Rahmengehölzen auf den Grabstätten keine Schnittmaßnahmen durch, da dies die Pflanzen zusätzlich schwächen würde. In diesen Tagen werden verstärkt Gießeinsätze durchgeführt. Diese Tätigkeit ist derzeit die Hauptaufgabe aller Friedhofsgärtner.