Gärtner gießt die Gräber

Langanhaltende Sommerhitze und Trockenheit führt zu hoher Stressbelastung für alle Pflanzen

Friedhofsgärtner wässern in den frühen Morgen- und Abendstunden die Gräber

Die derzeitige Wetterlage in Deutschland beschert uns tropische teils auch subtropische Tages- und Nachttemperaturen.

Die Pflanzen reagieren auf diese Situation sehr direkt. Rasenflächen im Begleitgrün sehen aus wie Steppen in Afrika, weichlaubigere Pflanzen, zu den auch nahezu alle Beet- und Balkonpflanzen aber auch die Wechselbepflanzungen auf Grabstätten zählen, kommen mit ihrem Wasserhaushalt in starke Bedrängnis. Die Pflanze benötigt große Mengen Wasser für den, tagsüber durch die Sonneneinstrahlung ausgelösten, Photosyntheseprozess.

Generell handelt es sich bei Pflanzen um lebende Organismen, die zum Überleben notwendige Rahmenbedingungen wie Sonne, Wasser und Luft benötigen. Kommt es hier zu einem Ungleichgewicht kann eine Pflanze Schaden nehmen. Die Pflanzen stehen derzeit unter echtem Dauerstress und irreversible Trockenschäden sind nicht auszuschließen. Bei manchen Laubbäumen sind schon herbstliche Blattverfärbungen, vorzeitiger Blüte- oder Fruchtfall zu beobachten.

Zum Ende des Frühjahres oder zu Beginn der Sommerzeit ausgeführte Neupflanzungen von Gehölzen und Stauden brauchen gerade in der Anwachsphase überdurchschnittlich viel Wasser und stehen in dieser Hitze unter noch größerem Druck. Schon jahrelang eingewachsene Flächen sind da robuster, benötigen zum Wachstum aber ebenfalls ausreichend Wasser. Die Gärtner führen derzeit bei Bodendeckern und Rahmengehölzen auf den Grabstätten keine Schnittmaßnahmen durch, da dies die Pflanzen zusätzlich schwächen würde. In diesen Tagen werden verstärkt Gießeinsätze durchgeführt. Diese Tätigkeit ist derzeit die Hauptaufgabe aller Friedhofsgärtner.

Einsegnung des Erzengelfeldes im Michaelsgarten

Am Sonntag, den 24.09.2017, fand auf dem Nordfriedhof in Siegburg die feierliche Eröffnung und Einsegnung des neuen „Erzengelfeldes“ im Michaelsgarten statt.

Nach einigen einleitenden Worten von Herrn Stephan Held, kaufmännischer Geschäftsführer der Michaelsgarten GbR, begrüßte Bürgermeister Franz Huhn die zahlreich erschienenen Gäste. Er lobte das Engagement und die Idee, mit der die Mitglieder der Michaelsgarten GbR erneut auf die steigende Nachfrage nach alternativen Bestattungen der Bevölkerung reagieren. Damit die Beisetzungen auf gesegnetem Boden stattfinden können, nahmen Dechant Thomas Jablonka und Pfarrer Joachim Knitter die ökumenische Einsegnung des „Erzengelfeldes“ vor.

Bei der Gestaltung und der Umsetzung wurde besonders Wert auf die Schaffung eines Lebensraums für viele Pflanzen- und Tierarten gelegt. Der Michaelsgarten bietet hier Bestattungen mit namentlicher Erwähnung in einer parkähnlich gestalteten Umgebung an.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.michealsgarten.de

Buchsbaumzünslerraupe am Buchsbaum

Der Buchsbaumzünsler

Fast jedem sind mittlerweile die Bilder von beige-braunen, kahlen Buchsbäumen bekannt. Verantwortlich dafür ist der Buchsbaumzünsler. Dieser ist bereits seit 2007 bei uns in Deutschland zugange und ruft mit seinen Larven am Buchs zum Teil massive Fraßschäden an Blättern und Trieben hervor.
Beheimatet ist er im ostasiatischen Raum, wie z.B. in China oder Südkorea, und gelangte durch den internationalen Handel bis nach Europa. Erste Nachweise des Zünslers kamen aus Baden-Württemberg, mittlerweile ist der Schädling aber auch aus anderen Bundesländern bekannt (u.a. Niedersachsen, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen). Auch im benachbarten Ausland ist der Buchsbaumzünsler mittlerweile bekannt (u.a. Schweiz, Österreich, Niederlande, Frankreich).
Bisher tritt der Buchsbaumzünsler in Deutschland nur am Buchsbaum auf und das mit 2-3 Generationen pro Jahr. Die Überwinterung erfolgt geschützt in einem Gespinst an der Pflanze. Die Larven überleben bis zu -12°C und nehmen im Frühjahr, ab Mitte März/Anfang April wieder ihre Fraßtätigkeit auf. Am Buchsbaum können die Larven starke Schäden bis zum Kahlfraß hervorrufen. Oft wird der Raupenbefall aber erst spät bemerkt, da die Erstbesiedlung im dichten Inneren des Busches beginnt. Außerdem sind die Raupen aufgrund ihres Farbmusters gut getarnt. Die Flügel des nachtaktiven Falters sind weiß gefärbt und tragen einen dunklen Rand. Die Falter leben nur für ca. eine Woche und sitzen tagsüber oft auf der Blattunterseite anderer, benachbarter Pflanzen, also häufig nicht am Buchsbaum selbst. Zur Eiablage suchen die Weibchen die Buchspflanzen dann gezielt auf.
Die frisch geschlüpften Larven sind hell-gelblich gefärbt und tragen eine dunkle Kopfkapsel. Ältere Larven sind gelbgrün gefärbt und weiß behaart, tragen eine schwarze Kopfkapsel und besitzen auf dem Rücken dunkle und weiße Längsstreifen und werden bis zu 5 cm lang. Die Raupen werden von Vögeln leider eher wenig als Nahrungsquelle genutzt. Das rechtzeitige Erkennen des Befalls durch den Buchsbaumzünsler ist bei der sehr schwierigen Bekämpfung dieses Schädlings das A und O, was sich allerdings bereits ab einem Bestand von mehreren Buchsbäumen  oft als fast unmöglich erweist. Es gibt zwar die Möglichkeit, mit chemischen Insektiziden gegen den Buchsbaumzünsler vorzugehen, diese Mittel sind allerdings für Bienen und andere nützliche Insekten gefährlich und schädlich. Zudem müssen diese Mittel oft mehrmals an jeder befallenen Pflanze ausgebracht werden.
Je nach Schwere des Fraßschadens, hat der Buchsbaum manchmal eine Chance sich zu erholen, bis der nächste Falter sich den Buchsbaum für seine Eiablage aussucht und schon geht das Spiel von vorne los. Das ist auch der Grund, weshalb viele Menschen auf alternative Pflanzen zurückgreifen. Wer in seinem Garten oder auf dem Grab eine ähnliche Optik beibehalten möchte, für den gibt es Ilex crenata; dem Buchsbaum täuschend ähnlich, aber resistent gegen den Zünsler. Weitere Alternativen sind der immergrüne Taxus, ein kleiner Schneeball, andere Laub- und Nadelgehölze oder auch die wunderschön blühende Azalee.